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Anstöße 35: „Nürnberg – eine mehrsprachige Stadt?“
Der 35. Abend der Reihe „Anstöße – Forum interkultureller Dialog“ beschäftigt sich am Mittwoch, 4. Mai, 19 Uhr, in der Villa Leon unter dem Titel „Nürnberg – eine mehrsprachige Stadt“ mit der Frage, wie sich die Realität unserer Zuwanderungsgesellschaft in der Bildungs- und Schullandschaft niederschlägt und wie eine verstärkte interkulturelle Öffnung, auch im Hinblick auf Sprachen- und Kulturenvielfalt, aussehen kann.
Mehrsprachigkeit ist in unserer globalisierten Gesellschaft eine wichtige Ressource, die sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft von großem Wert ist. Der frühe Erwerb mehrerer Sprachen überfordert auch kleine Kinder keineswegs, sofern günstige Lernbedingungen geschaffen werden. Er fordert sie vielmehr heraus, weckt ihre Neugier auf Sprachen und Sachen und fördert ihre kognitiven Fähigkeiten. Die Vorteile der Mehrsprachigkeit können aber nur genutzt werden, wenn nicht nur das Deutsche als Zweitsprache oder Zielsprache intensiv gefördert wird, sondern auch die Herkunftssprachen der Kinder in allen Kompetenzbereichen, also im Mündlichen wie im Schriftlichen, vermittelt werden. Aufgrund der zahlreichen individuellen und gesellschaftlichen Vorteile sollte die Förderung von Mehrsprachigkeit bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund eine wichtige bildungspolitische Aufgabe sein.Der Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen:
- Welche neuen Erkenntnisse aus Forschung und Unterrichtspraxis gibt es zu Formen von Mehrsprachigkeit und Spracherwerb im frühen Kindesalter?
- Welche Zusammenhänge lassen sich erkennen zwischen Mehrsprachigkeit und Schulerfolg?
- Inwieweit ergänzen oder behindern sich Fördermaßnahmen im Deutschen als Zweitsprache mit solchen eines Unterrichts in den Herkunftssprachen?
- Wie stehen Mehrsprachigkeit und Schriftlichkeit zu einander?
- Wie können Lehrkräfte und Schuleltern mit und ohne Migrationshintergrund Mehrsprachigkeit fördern und als Ressource für ihre Kinder nutzen?
- Welche Rolle sollte Mehrsprachigkeit in der Lehrerfortbildung spielen?
- Welche Stolpersteine gibt es auf dem Weg die Mehrsprachigkeit als integralen Teil des gesellschaftlichen und schulischen Lebens zu etablieren.
Referentin: Prof. Dr. Gabriele Pommerin-Götze FAU Erlangen-Nürnberg, Philosophisches Fakultät und Fachbereich Theologie (ehemals EWF), Fach: „Didaktik des Deutschen als Zweitsprache“
Links für weiterführende Informationen:
Forschungsstand mit Praxistipps in 5 Teilen
http://www.migazin.de/2011/03/07/spracherziehung-mehrsprachig-aufwachsen-ist-der-normalfall/
http://www.migazin.de/2011/03/08/spracherziehung-leben-sprachgetto/
http://www.migazin.de/2011/03/09/spracherziehung-sprachprestige-lernerfolg/
http://www.migazin.de/2011/03/10/spracherziehung-schreiblernmythen/
http://www.migazin.de/2011/03/11/spracherziehung-fremdspracherwerb-kleinkindalter/
Eintritt frei!
Schirmherr der Reihe: Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.
Trägerkreis: Stadt Nürnberg: Amt für Kultur und Freizeit, Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung, Pädagogisches Institut, Xenos Nürnberg e.V. Mitveranstalter dieses Abends: DiDaZ/FAU Erlangen-Nürnberg
